Mit Sicherheit in die Zukunft: Kreis Paderborn investiert 1,1 Millionen Euro in Technik und Ausbau der Kreisleitstelle
Kreis Paderborn (krpb). Wer im Kreis Paderborn verunglückt, einen Brand melden will, einen Rettungswagen und einen Notarzt braucht, landet bei Ulrich Hilkenbach und seinen Kollegen in der Leitstelle des Kreises Paderborn. Über 100.000 Notrufe pro Jahr werden im Herzen der Kreisfeuerwehrzentrale auf dem Gelände des Paderborner Airports in Büren-Ahden über die bundeseinheitliche Notrufnummer 112 aus dem gesamten Kreisgebiet und den angrenzenden Kreisen entgegengenommen und bearbeitet. Die Disponenten brauchen nicht nur starke Nerven und eine schnelle Auffassungsgabe, sondern auch Arbeitsplätze mit modernster Kommunikationstechnik. Der Kreis Paderborn hat rund 1,1 Millionen Euro in die Erneuerung der Leitstellentechnik investiert und die Anzahl der Abfrageplätze von fünf auf insgesamt neun erhöht. „Damit haben wir unsere Leitstelle zukunftssicher gemacht und einmal mehr in die bestmögliche Versorgung der Menschen im Notfall investiert. Das ist gut angelegtes Geld“, sagt dazu Landrat Manfred Müller.
Als der Sturm Kyrill im Januar 2007 im Kreis Paderborn wütete, liefen auch die Drähte in der Kreisleitstelle heiß. „Die Kapazitäten waren binnen kurzem erschöpft. Die vorhandenen fünf Arbeitsplätze waren diesem Ansturm an Notrufen schlicht nicht gewachsen“, erinnert sich der Leiter der Kreisfeuerwehrzentrale, Ulrich Hilkenbach. Um zukünftig auch für solche Großschadensereignisse besser gewappnet zu sein, wurde zu den vorhandenen fünf Regel-Abfrageplätzen in der ersten Umbauphase ein weiterer Notrufabfrageplatz installiert. Bei Bedarf können drei weitere dazugeschaltet werden. Bei Extremwetterlagen wie Sturm oder Hochwasser können somit künftig an neun Arbeitsplätzen die Notrufe aus der Bevölkerung entgegen genommen werden.
Da die Technik älter als 10 Jahre war, machte man „Nägel mit Köpfen“ und brachte auch gleich die Nachrichtentechnik auf den modernsten Stand. Das neue Leitsystem CELIOS der Firma CKS-Systeme aus Meppen ist eine Weiterentwicklung des bisherigen Leitsystems ELVIS. Jetzt besteht die Möglichkeit, die im Jahre 2006 installierte Mobile Datenerfassung (MDE) weiter auszunutzen. Die moderne Technik navigiert die Einsatzfahrzeuge punktgenau und auf kürzestem Wege zum Einsatzort. Dadurch wird die Versorgung der Bevölkerung mit Rettungsdienstleistungen weiter optimiert. Allein im Kreisgebiet stehen ca. 70.000 ständig aktualisierte Gebäudekoordinaten zur Verfügung. Im System ist eine automatisierte GPS-Navigation integriert, die bei der Alarmierung aus der Leitstelle den Einsatzfahrzeugen den schnellsten oder kürzesten Weg zur Einsatzstelle mit den Alarmdaten übermittelt.
Der Leitstellendisponent sieht auf seinem Einsatz-Bildschirm den tatsächlichen Standort der mit GPS-System ausgestatteten Fahrzeuge. Somit kann er jenen Rettungs- oder Notarztwagen einsetzen, der dem Einsatzort am nächsten und frei ist und diesen somit am schnellsten erreichen kann“, erläutert Hilkenbach. Der Fachmann nennt das „dynamische Nächste-Fahrzeug-Strategie“. Neben dem Routing erfolgt über MDE die Erfassung der Patientendaten, die Dokumentation des Einsatzes und gegebenenfalls die Erstellung des Notarztprotokolls, „welches für die Behandlung im Krankenhaus von besonderer Bedeutung ist“, erläutert der Ärztliche Leiter Rettungsdienst für den Kreis Paderborn, Dr. Udo Dietrich. Damit könne das Krankenhaus eher als bisher über das Krankheitsbild und über die bereits eingeleiteten medizinischen Maßnahmen informiert werden und sich vorbereiten. Kommt der Patient dann an, kann er sofort adäquat weiterversorgt werden.
Ebenfalls in Betrieb genommen wurde ein neues Modul für die Disposition von Krankentransportwagen für den Einsatz nicht zeitkritischer Krankenfahrten. Durch Kenntnis des genauen Standortes können Leerfahrten vermieden und damit Kosten gespart werden. „Durch die umfangreichen Maßnahmen ist die Leitstelle für die Zukunft gerüstet. Das gilt auch mit Blick auf die Einbindung des Digitalfunks für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, der in den nächsten Jahren im gesamten Bundesgebiet eingeführt werden soll“, erklärt Landrat Manfred Müller abschließend.
Der Kreis Paderborn ist Träger des Rettungsdienstes und zugleich Träger von 10 Rettungswachen. Neben dem Kreis Paderborn ist die Stadt Paderborn Trägerin von Rettungswachen. Nach dem Rettungsgesetz NRW sind die Kreise als Träger des Rettungsdienstes verpflichtet, die bedarfsgerechte und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Leistungen der Notfallrettung einschließlich der notärztlichen Versorgung im Rettungsdienst und des Krankentransports sicherzustellen.

Ab sofort gilt eine neue Rufnummer zur Vermittlungs des ärztlichen Bereitschaftsdienstes.
Unter der Rufnummer 01 80 / 5 04 41 00 (14ct/min,...
