Seit dem Jahr 2006 setzt der Kreis Paderborn ein spezielles System der mobilen Datenerfassung ein.
Das System setzt auf einem geschlossenen IP-VPN auf und wird von der Firma CKS betreut.
Alle rettungsdienstlichen Fahrzeuge sind mit einem mobilen Rechnersystem ausgestattet, worüber sowohl die Navigation, die Erfassung der medizinischen und dienstlichen Daten, als auch die Abrechnung erfolgt.
Die Mobile Datenübertragung arbeitet innerhalb eines nach außen gesicherten IP-VPN. Der Zugriff von außen ist durch dieses System ausgeschlossen, da man sich ständig außerhalb der globalen Firewall befindet. Einzig die in das System eingebundenen Geräte (Clients) dürfen in diesem abgeschotteten Netzwerk Daten empfangen und senden.
Die Datenübertragung wird mittels GPRS realisiert. Es handelt sich dabei um das Mobilfunknetz im Bereich der reinen Datenübertragung. Wenn man so möchte sind die Clients nichts anderes als Mobiltelefone, mit denen man zwar nicht telefoniert, jedoch aber Datenpakete überträgt.
Ein direkter Zugriff auf die eingesetzten Clients innerhalb des GPRS-Netzwerks ist so jederzeit möglich.
Die Datenübertragung gliedert sich bei diesem System in verschiedene Bereiche.
Einsatzrelevante Daten werden von der Leitstelle automatisiert und zeitlich mit der Alarmierung auf den Dienstmeldeempfänger übertragen. Dieser Datensatz enthält alle wichtigen Informationen zum Einsatzort, ggf. Zielort, bekannte Patientendaten und die eventuell bereits erhobene Verdachtsdiagnose. Außerdem enthält der Datensatz die Geokoordinaten für den Einsatzort und falls bereits bekannt auch für den Zielort.
Einsatz- und Patientenbezogene Daten werden nach dem Speichern und Erfassen des Einsatzes direkt in das System übertragen und können dort verarbeitet werden.
Geokoordinaten werden automatisch an das Navigationssystem weitergeleitet und eine Navigation ohne zeitlichen Verlust startet sofort.
Selten können von der Leitstelle bereits alle Daten während des Notrufs erhoben werden. Erst die eingesetzte Rettungsdienstmannschaft vervollständigt den erhaltenen Datensatz und kann sich bereits während des Einsatzes mit der Leitstelle abgleichen. Der Datensatz auf dem Einsatzleitrechner wird dadurch auf den neusten Stand gebracht.
Gleichzeitig erhält der Client während dieses Abgleichs zum Beispiel die aktuellen FMS-Statuszeiten vom Leitrechner. All dies geschieht vollautomatisch.
Ist der laufende Einsatz auf dem Client vollständig abgearbeitet, so wird dieser vollständig zum Einsatzleitrechner übertragen und ist auf dem Client nicht mehr vorhanden.
Die Leitstelle kann nun den Einsatz abschließen, wonach der Datensatz automatisch zur Krankentransportabrechnung übertragen wird.
Sowohl das Rettungsdienstprotokoll, als auch das Notarztprotokoll gehören zum Patienten und müssen bei der Übergabe eines Patienten an eine Station eines Krankenhause mit übergeben werden.
Dies wird hauptsächlich durch eine Faxlösung realisiert.
Der Arzt oder verantwortliche Rettungsassistent kann schon auf der Anfahrt zum Krankenhaus das fertige, oder teilfertige Rettungs- oder Notarztprotokoll zum Zielkrankenhaus übertragen.
Alle Faxnummern sind auf den Geräten hinterlegt und an das Zielkrankenhaus inklusive der entsprechenden Abteilung gekoppelt.
Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit das Protokoll direkt im NEF zu drucken. Hierzu wurde ein mobiler Drucker angeschafft, der zurzeit ausschließlich auf dem NEF der AGN in Hövelhof eingesetzt wird.
Die Software auf den Clients und auf dem MDE-Server wird von der Firma CKS-Systeme zur Verfügung gestellt und gewartet.
Es handelt sich dabei um eine Java-Applikation, die laufend aktualisiert und verbessert wird.
Die Software des Clients spiegelt alle Eingabemöglichkeiten eines DIVI-Protokolls der aktuellen Version 4.2 wieder.
Die Software-Applikation teilt sich dabei in zwei Bereiche.
Dienstlich – Hier werden alle dienstlichen und personenbezogenen Daten zum Patienten erhoben.
Medizinisch – Hier bietet das vollständige DIVI-Protokoll alle bekannten Eingabemöglichkeiten.
Die Navigationssoftware ist von der Firma Navigon®. Diese bietet eine offene Schnittstelle für die CKS-Java-Applikation, wodurch die Übertragung der Geo-Koordination und die schnelle Navigation überhaupt erst möglich ist.
Der Client ist ein Panasonic Toughbook CF18. Dieses bietet die Robustheit und Haltbarkeit, wie sie im täglichen Gebrauch der Geräte vonnöten ist.
Die Geräte bieten zusammen mit einem Modem die Aufnahme der SIM-Karte, die zur Einwahl in das GPRS-Netz nötig ist. Ebenso als spezielle Adaption gibt es die praktische Möglichkeit die Krankenversicherungskarte des Patienten direkt vor Ort einzulesen und in das Datenerfassungssystem zu integrieren.
Das Toughbook kann sowohl als Mobile PC mit einer vollwertigen Tastatur, als auch als Tablet-PC genutzt werden, da sich das Display um 180° drehen lässt und kann dann auf das Gerät aufgeklappt werden.
Die Geräte sind in den Rettungswagen vorn eingebaut und mit einer speziell angefertigten Halterung fixiert. Diese ist vom TÜV crashgetestet und ist um 300° schwenkbar. Das Toughbook wird in dieser Halterung verschlossen und kann so auch ohne Aufsicht im Fahrzeug verbleiben.
Die Navigation wird mit einer leistungsstarken externen GPS-Mouse realisiert, die ständig den Kontakt zu den Satteliten hält.
In den Fahrzeugtypen KTW und NEF finden sich die Geräte im Fond des Fahrzeugs, werden dort aber genauso bedient wie die Geräte im Rettungswagen.

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